23. May 2012

Europäisches Gasshuku 2012

Das 5. europäische Koryu Uchinadi Gasshuku fand wie gewohnt über Himmelfahrt (16.5. - 20.5.) in Veldhoven/Niederlande statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde das Dojo des Koryukan Veldhoven auch dieses Jahr wieder zum Treffpunkt von über 50 Koryu Uchinadi Begeisterten aus ganz Europa und Übersee. Geleitet wurde das Gasshuku vom Begründer des Koryu Uchinadi, keinem Geringeren als Patrick McCarthy Hanshi. Ihm zur Seite standen seine direkten Schüler und Renshi-Level Lehrer Phyllis Chalmers (Australien) und Olaf Krey (Shibucho Deutschland) sowie das niederländische Shibucho-Trio Jan Kraayvanger, Bert Mollen und Huub Meijer.

Sensei McCarthy kam bereits am 11.5. in die Niederlande, um am 12.5. auf einem Seminar in Eemnes zu unterrichten. Um soviel wie möglich direkt von der Quelle zu lernen, beschlossen wir bereits dieses Seminar zu besuchen. Thematisiert wurde die Kihon-Übung Kaishu Waza Futari Geiko, eine Übungsform bei der der Einsatz der offenen Hände im Vordergrund steht, und ein Teil von Gyaku Waza, bei dem es vornehmlich um Gegen- bzw. Kontertechniken geht.

Die verbleibenden Tage bis zum Gasshuku verbrachten wir im Dojo des Koryukan Veldhoven. Auf dem Tagesprogramm stand neben selbständigem Training im Dojo auch die Pflege sozialer Kontakte und das Vertiefen von geschichtlichem sowie kampfkunstbezogenem Wissen. Jeden Tag verbrachten wir ein paar Stunden mit McCarthy Sensei. Somit kamen wir in den Genuß der direkten Unterweisung, sprachen aber auch über die Entwicklung und die Ziele der Kampfkünste und deren Beeinflussung durch Gesellschaft, Politik und Religion. Neben dem Gedankenaustausch zum Thema Kampfkunst konnten wir uns auch kampfkumstfern besser kennen und verstehen lernen.

Das Gasshuku begann am Mittwoch, den 16.5., wie gewohnt mittags inoffiziell mit dem freien Training. Den offiziellen Beginn stellte die Vorstellungsrunde und die Bekanntmachungen zu Programm und Administration am Abend dar. Sensei wählte als Gasshuku-Hauptprogramm die Übungsformen Kakie Damashi (Kumemura Drill), Uke Waza (Quadrantendrill) und Gyaku Waza (Gegentechniken). Daneben wurde aber auch an Kihon-Übungen aus dem Koryu Uchinadi Nyumon Curriculum und diversen Kata gefeilt. Im Anschluß an die Bekanntgaben starteten wir mit den ersten Techniken aus Kakie Damashi.

Der Donnerstag begann mit Bodenarbeit. Zuerst wurde locker gerollt, um dann in die Bodentechniken aus Kakie Damashi und Gyaku Waza einzutauchen. Am Vormittag und zeitigen Nachmittag stand Uke Waza (Quadrantendrill) auf dem Programm. Hier wurde der Umgang mit Angriffen aus allen Quadranten (Angriffswinkeln) geübt. Am Nachmittag und Abend ging es dann wieder zurück auf den Boden um verschiedene Hebeltechniken zu üben.

Der Freitag war für Bodenarbeit reserviert. Eine kurze Ausnahme bildete die Nachmittagseinheit, in der einige Sequenzen aus dem Standteil von Kakie Damashi im Fokus standen. Ansonsten wurden Bodensequenzen aus Gyaku Waza und Kakie Damashi geübt. Das Highlight markierte die Abendeinheit bei einem Wrestling-Trainer der auch einige der bekannten niederländischen MMA-Kämpfer in der Bodenarbeit unterweist.

Am Samstagmorgen standen einige Basisübungen aus dem Nyumon Curriculum auf dem Programm und am Vormittag wurde der Standteil von Kakie Damashi abgeschlossen. Für den Nachmittag war Gruppenarbeit angesagt, um auf einige Themen genauer und in kleinerem Gruppen eingehen zu können. Die Yudansha-Gruppe (Danträger) beschäftigte sich mit verschiedenen Kata des Koryu Uchinadi und bekam unter den aufmerksamen Augen von Sensei McCarthy wertvolle Hinweise. Die beiden Mudansha-Gruppen beschäftigten sich mit Übungen aus dem Nyumon Curriculum und der Wiederholung des Gyaku Waza Bodenteils.

Wie jedes Jahr gab es natürlich auch eine Danprüfung. Dieses Jahr umfaßte die Prüfung das gesamte Gasshuku. Alle Anwärter wurden also über die gesamte Zeit von Sensei McCarthy und dem Prüferstab beobachtet. Neben Kandidaten aus Großbritannien, den Niederlanden und Estland stellten sich auch 6 Karateka aus Deutschland der anspruchsvollen Aufgabe. Aufgrund des guten Trainingsstandes der Anwärter gab es am Ende durchweg positive Bescheide. Somit kann der deutsche Koryu Uchinadi Yudanshakai weitere 4 Shodan-Träger in seinen Reihen begrüßen. Außerdem gab es je eine Nidan- und Sandan-Ernennung. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an dieser Stelle an alle Graduierungsempfänger.

Im Anschluß an das Gasshuku fand am Sonntag, den 20.5., noch ein offenes Seminar statt. Hierbei stand der Standteil von Gyaku Waza im Fokus. Neben über 40 Gasshuku-Teilnehmern, die an diesem Tag den kompletten Ablauf von Gyaku Waza in ihr Repertoir aufnehmen konnten, nahmen etwa 20 weitere Karateka aus den Niederlanden und angrenzenden Ländern an diesem Seminar teil. Während des Gasshukus wurde bereits eine gute Lernatmosphäre hergestellt, die auch am Seminartag nicht abflachte. Somit konnten alle Teilnehmer intensiv aber nahezu verletzungsfrei neues lernen und bereits bekanntes vertiefen.

Ein herzlicher Dank nochmals an Sensei McCarthy für die unvergesslichen Tage voller intensiven Übens und lernens, an das niederländische Shibucho-Trio und deren Helfer für die Organisation und den reibungslosen Ablauf, an die Renshi-Level Lehrer Phyllis Chalmers und Olaf Krey für deren zusätzliche Erläuterungen und das fordernde Training. Natürlich bedanken wir uns auch bei allen unseren Trainingspartnern. Hoffentlich habt ihr genau so viel von uns gelernt, wie wir von euch.